Krise als Chance: Neues von Pabrai und Pzena

Posted April 25, 2008 by Steffen
Categories: Value Investing

Schon öfter haben wir hier über Mohnish Pabrai, den Gründer von Pabrai Funds, berichtet. Aktuell findet sich ein Interview mit ihm auf Smart Money. In eine ähnliche Richtung geht ein Interview mit Richard Pzena von Pzena Asset Management (20 Mrd. USD unter Verwaltung). Beide sehen momentan große Chance im Markt. Pzena sieht diese Möglichkeiten insbesondere auch im Finanzsektor – obwohl er in den letzten 12 Monaten einen Verlust von 38% zu verbuchen hatte:

„This is a once in a generation opportunity to get franchises like Citigroup at five times their normal earnings power. You just don’t get those opportunities. You only get them when there is panic. And the last time there was panic was 25 years ago.“

UBS-Generalversammlung: Top-10-Highlights

Posted April 24, 2008 by Steffen
Categories: Sonstiges, Unternehmen

Gestern habe ich mir den Spaß gegönnt, an der ordentlichen Generalversammlung der UBS (als Kleinaktionär) teilzunehmen. Hier meine Top-10-Highlights:

10. Ein tolles elektronisches Abstimmungsgerät. Man fühlt sich fast wie bei Big Brother oder DSDS.

9. Kostenlos: Mineralwasser, Kaffee, Äpfel, und Schokoriegel ohne Ende. Fast die fehlende Dividende verfressen!

8. Unterhaltsame aber längere Wartezeiten auf den Toiletten, da viele der Rentner-Aktionäre an Prostatabeschwerden leiden.

7. Die charmante Betonarchitektur der 70er-Jahre St- Jakobshalle in Basel gibt den richtigen ästhetischen Rahmen.

6. Viele herrliche Schweizer Kraftausdrücke gelernt, mit denen die Aktionäre ihren Verwaltungsrat bedachten.

5. Marcel Ospel muss Buddhist sein, um die rund 100 – immer gleichen – Wortmeldungen mit dem von ihm gezeigten Gleichmut zu ertragen.

4. GV-Hostessen in Basel sind überdurchschnittlich häufig tätowiert – an interessanten Stellen.

3. Wunderbare Lichteffekte im Hintergrund der Videoübertragung bei den Reden. Erlaubt sanft in den Schlaf hinüberzugleiten.

2. Circa fünf Übertragungswagen des Schweizer Fernsehens vor der Halle. Warum? Für jede Landessprache einen plus Ersatz?

1. Endlich die fantastische Hornbrille von Peter Kurer (neuer VR-Präsident) in Natura gesehen. Echt retro. Vermittelt dieses urige Kantonalbankenimage gemischt mit Londoner Designerstyle. Prädikat: cool!

P.S.: Die Berichterstattung der NZZ und Co. dramatisierten den Ablauf der Versammlung. Alles in allem hat sich das Management gut gehalten und die Wende glaubwürdig vertreten.

Links für’s Wochenende

Posted April 18, 2008 by Steffen
Categories: Lesebefehl, Value Investing

Good old Peter Lynch, einstiger Star-Manager des Fidelity Magellan-Fonds, äußert sich zur Anlagestrategie in diesen turbulenten Zeiten. Er empfiehlt: Cool bleiben, alles schon mal dagewesen und außerdem ist der Bauch beim Investieren wichtiger als das Gehirn (gemeint ist damit das Englische Sprichtwort „To Stomach a Situation“ – also in einer kritischen Situation nicht die Nerven zu verlieren). Lynch bleibt wie immer knochentrocken aber Wort für Wort wahr.

Ein Vortrag von Columbia-Professor Bruce Greenwald vor indischen Investoren. Er erklärt seinen Value-Ansatz, der auf die „Earnings Power“ eines Unternehmens setzt. Vielleicht etwas akademisch, aber hilfreich zum Aufbau einer konservativen Anlagestrategie.

Und dann noch hier ein Interview mit Vitaliy Katsenelson zu seinem Lieblingsthema „Range Bound Markets“. Es geht also um die Marktsituation, die wir seit einiger Zeit erleben: Sehr volatil, am Ende aber nicht viel gewonnen. Wie man dennoch erfolgreich investieren kann, verrät Katsenelson in diesem Interview. Ob er mit seinen Marktprognosen recht behält, kann man anzweifeln. Seine praktische Methode des Investierens, die sich am KGV orientiert, ist  trotzdem hilfreich für den Valueanleger.

Wie Bear Stearns in die Knie gezwungen wurde

Posted März 18, 2008 by Steffen
Categories: Lesebefehl

Das Wall Street Journal hat heute eine fasinierende, lange Reportage über die sechs Tage, die zum Fall von Bear Stearns führten. Meines Erachtens bring das WSJ hier den Absturz von Bear Stearns auf den Punkt:

„That same day, the market began turning on Bear Stearns. Phones were ringing off the hook at rival firms such as Goldman Sachs Group Inc., Morgan Stanley and Credit Suisse Group. Clients of those firms were growing worried about trades they had entered into with Bear Stearns — about whether Bear Stearns would be able to make good on its obligations. The clients asked the other investment banks whether they would be willing to take the clients’ places in the trades. But credit officers at Goldman, Morgan Stanley and others — worried themselves about Bear Stearns’s condition — began to say no. At Bear Stearns, Chief Financial Officer Samuel Molinaro, along with company lawyers and Treasurer Robert Upton, were trying to make sense of the situation. They felt comfortable with their capital base of roughly $17 billion and were looking forward to reporting Bear Stearns’s first-quarter earnings, which had been respectable amid the market carnage. One theory began developing internally: Hedge funds with short positions on Bear — bets that the company’s stock would fall — were trying to speed the decline by spreading negative rumors.“ (Markierung von mir, S.B.)

Inzwischen gibt es auch Berichte, wonach einzelne Bear Stearns Großinvestoren den Deal noch blockieren wollen, u.a. der Milliardär Joe Lewis (u.a. Eigentümer der Tottenham Hotspurs), der rund 1 Mrd. US$ beim Übernacht-Verkauf von Bear Stearns verlor.

Bear Stearns: Schnäppchen des Jahres…

Posted März 17, 2008 by Steffen
Categories: Sonstiges

…aber warum sollten die Bear Stearns Aktionäre für diesen Deal stimmen?

Value oder Glamour?

Posted März 17, 2008 by Steffen
Categories: Value Investing

Was Leser dieses Blogs ja schon immer vermutet haben: Aktien, die aus der Mode geraten sind, von Unternehmen, die schwere Zeiten durchmachen oder in langsam wachsenden Märkten agieren, zeigen eine signifikant höhere Rentabilität als glamouröse, schnell wachsende Modewerte. Das zeigt eine aktuelle Studie nicht nur für US-Aktien, sondern auch für die wichtigsten Märkte außerhalb der USA (inklusive Deutschland!). Die Studie segmentiert die Märkte in zehn Segmente, vom höchsten KBV (Glamour!) bis zum niedrigsten KBV (Value!). Fast ausnahmslos zeigen die unteren Segmente deutlich bessere Performance über einen Zeitraum von rund 25 Jahren (1980-2006). So weist beispielsweise der Durchschnitt aus den sechs größten Märkten ex. USA eine Performance von 6,6% p.a für das höchste Segment Glamouraktien auf, während die am niedrigsten bewerteten Valueaktien immerhin 15% Performance zeigen. Letztere Zahlen beziehen sich auf Large Caps, aber auch bei den Small Caps sieht es mit 8,4% vs. 15,1% nicht viel anders aus.

Endlich gute Nachrichten für Wall Street

Posted März 16, 2008 by Steffen
Categories: Sonstiges

Gut, Bear Stearns, die fünftgrößte US-Investmentbank,  wäre diese Woche fast an kurzfristigen Liquiditätsproblemen gescheitert. Aber wer will in den heutigen Zeiten immer nur schlechte Nachrichten hören? Denn es gibt auch gute Nachrichten für die armen Bänker aus New York, und zwar hier

„A band and a bag full of money on the streets of Berlin“

Posted März 15, 2008 by Steffen
Categories: Sonstiges

…es wurde ja auch mal Zeit, dass dieses langweilige FinanzBlog ein Musikvideo featured…

30% Rendite p.a. mit Tulpenzwiebeln…

Posted März 12, 2008 by Steffen
Categories: Windige Werte

…irgendwie kommt einem dieses Pyramidenschema doch bekannt vor (Story leider nur in Niederländisch, aber das Bild spricht Bände). Offensichtlich wurden Investoren um über 100 Mio. € geprellt. Der Prozeß gegen die Anlagebetrüger beginnt dieser Tag in den Niederlanden. Wie sagen die Historiker doch so schön: Wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt sie zu wiederholen…

Der jährliche „Letter to the Shareholders“ von Berkshire Hathaway…

Posted März 7, 2008 by Steffen
Categories: Lesebefehl, Value Investing

…findet sich hier. Er ist – wie immer – die unverzichtbare Lesepflicht für den passionierten Value-Anleger.

Mein Lieblingssatz findet sich gleich am Anfang:

„Over the last 43 years (that is since present management took over) book value has grown from $19 to $78008 [per share], a rate of 21,1% compounded annually.“

In diesem bemerkenswerten Zeitraum von 43 Jahren war die Zunahme des Buchwertes pro Aktie von Berkshire nur in 6 Jahren geringer als die Performance des S&P 500. Wer hier an einen Zufall glaubt, muss schon Professor für Finanzwissenschaft sein…

Darüber hinaus findet sich im Letter eine Diskussion der aktuellen Firmenpolitik, insbesondere der Geschäftspolitik und Strategien der wichtigsten Beteiligungen wie GEICO, General Re etc. sowie einiger neuer Akquisitionen. Es findet sich auch eine interessante Diskussion der Frage, was ein gutes Geschäftsmodell ausmacht, und zwar anhand von See’s Candy, einer langjährigen Beteiligung Berkshires (seit 1972). Enjoy!